• Gabriela Rossini

13. März 2013

Aktualisiert: 18. Apr.


Heute ist der 13. März 2022. Genau vor 9 Jahren, am 13.03.2013 ist meine Erstgeborene verstorben. Plötzlich spürte ich sie nicht mehr in meinem Bauch. In der 37. Schwangerschaftswoche kam sie tot auf die Welt.

Darauf folgte eine intensive Zeit der Trauer.


Am 12. März gegen 10 Uhr abends lag ich im Bett und konnte nicht schlafen. Ich war unruhig und spürte Sara nur wenig. Wir beschlossen ins Krankenhaus zu fahren. Zur Sicherheit. Während der Fahrt hatte ich das Gefühl sie wieder zu spüren. Doch es waren nur die Kurven, die sie in meinem Bauch von der einen Seite zur anderen bewegten. Dann ging alles Schlag auf Schlag. Die Ärztin, die keine Herztöne feststellen konnte und ohne weitere Worte aufstand und uns mit dieser Nachricht zurückließ.

Am 15. März 2013 brachte ich Sara zur Welt. Den leblosen Kindskörper auf meinem Körper zu spüren mit dem letzten Funken an Hoffnung, dass dies doch nur ein böser Albtraum wäre. Den kleinen Körper loszulassen, die letzten Blicke, als sie aus meinem Zimmer gebracht wurde. Die sprachlosen Ärzte, die Tränen der Krankenschwester. Die unsagbare Trauer, der unsagbare Schmerz in der Brust. Den leblosen kalten Körper anziehen, ihn in den kleinen Sarg legen und Abschied nehmen.

Das Gitterbett zuhause wegräumen. Muttermilch abpumpen und Kühlbeutel auflegen. Der Schmerz, der einem innerlich zu zerreißen scheint und eine unsagbare Sehnsucht.

Menschen, die in ihrer Sprachlosigkeit, die Straßenseite wechseln. Familie, die in ihrem eigenen Schmerz versinkt, und sich zurück zieht.


Heute reflektiere ich. Ich bin unsagbar dankbar für Saras Kommen. Ihre Kommen und Gehen haben wertvolle Spuren hinterlassen. Erfahrungen, die einem auf unglaubliche Weise wachsen lassen können. Heilung, die sich wieder einstellt und das Leben, das dich wieder wachküsst.

Ich bin heute Mutter von 2 gesunden Kindern und unsagbar dankbar für meine 2 Kinder und mein Sternenkind.


Heute, an ihrem 9. Sterbetag wünsche ich mir etwas. Lasst uns bitte alle wieder auf das Wesentliche besinnen.


Ich bin sprachlos - angesichts der Tatsache, dass es schwer kranke Kinder gibt, dass alle paar Sekunden Kinder an Hunger sterben und im Moment viele Kinder unbegleitet auf der Flucht sind - worüber wir uns in der westlichen Welt noch immer Probleme machen. Haben uns die letzten 2 Jahre tatsächlich nichts erkennen lassen?


Besinnen wir uns doch endlich wieder auf das Wesentliche. Seien wir dankbar für all den Reichtum, den wir haben. Lasst die Liebe wieder eure Worte und Handlungen gestalten. Nähert euch einander an. Erzeugt Frieden statt Misstrauen, Hass und Angst. Liebe ist die Antwort auf all unsere Probleme.

Was würde die Liebe sagen? Was würde die Liebe tun?

In jedem Moment.



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