• Gabriela Rossini

Warum Kinder zappelig sind - 21 mögliche Gründe

Aktualisiert: 12. Okt. 2021


Oft wartet man als Eltern sehnsüchtigst auf den Tag, an dem das Kind nicht mehr so zappelig, aufbrausend und unruhig ist. Die Hoffnung, dass es nur eine Phase ist und bald wieder vorüber geht, bleibt nur leider viel zu oft unerfüllt. Viele Eltern sind ratlos und die Schulmedizin sieht oft keinen anderen Weg als Medikamente zu verschreiben.


Ob Lehrer, Eltern oder Arzt: Es ist unsere Verpflichtung uns damit genauer auseinander zu setzen und uns Zeit dafür zu nehmen, herauszufinden, wo die Ursachen für die Zappeligkeit liegen könnten.


Aufgrund von Studien weiß man, dass sich dieses zappelige Verhalten in der Kindheit "unbehandelt" auch sehr negativ auf das Erwachsenenalter auswirken kann. In einer Studie aus Neuseeland starteten Wissenschaftler mit Beobachtungen von Kindern im Jahr 1972 und verfolgten deren Verhalten und Gesundheit, bis sie ein Alter von 38 Jahren erreichten. Sie stellten dabei fest, dass zappelige Kinder viel mehr Probleme im Erwachsenenalter hatten als ihre ausgeglichenen Kameraden. Sie waren weniger erfolgreich, hatten häufiger ungeplante Schwangerschaften oder wurden häufiger zu starken Rauchern. Auch die Kriminalitäts- und Drogenabhängigkeitsrate war bei Erwachsenen, die als Kinder zappelig waren, höher als bei ihren ausgeglichenen Altersgenossen. Zappelige Kinder wurden häufiger zu übergewichtigen Erwachsenen, hatten oft schlechtere Augen, schlechtere Zähne, neigten eher zu höheren Blutdruck und Blutfettwerten, wiesen höhere Entzündungsmarker im Blut auf und litten häufiger unter Atemwegserkrankungen und Angstzuständen.

Es lohnt sich also genauer hinzusehen, wenn ein Kind unausgeglichen, emotional labil ist, zu Wutanfällen neigt, aufsässig und reizbar ist, schlechte Noten nach Hause bringt und die Lehrer darüber klagen, dass das Kind völlig unkonzentriert, aufgedreht und mit den Gedanken ständig woanders sei.


Was also könnten die Gründe für die Zappeligkeit eines Kindes sein?


Folgende Punkte können zu einer Zappeligkeit bei Kindern führen. Sehr wesentlich ist hier auch die Tatsache, dass es bereits zu Auslösern für Zappeligkeit bei Kindern vor oder während der Geburt kommen kann. An dieser Stelle möchte ich auf meine Begleitung während der Schwangerschaft zur Geburtsvorbereitung hinweisen. Denn man weiß mittlerweile, dass Kaiserschnitt-Kinder eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, zu Aufmerksamkeitsdefiziten und Konzentrationsstörungen zu neigen als natürlich geborene Kinder. Durch eine entsprechende Vorbereitung können Risiken reduziert und die Wahrscheinlichkeit auf eine natürliche Geburt erhöht werden. Wir ermöglichen unseren Kindern durch eine bewusste Vorbereitung einen optimalen Start ins Leben.


1. Kinder können zappelig sein, wenn sie Angst haben Hier sollten wir als Eltern genau beobachten, ob es vielleicht Kameraden gibt, die dem Kind Angst machen, die es mobben oder ihm sogar drohen. Auch eine erwachsene Person kann Angst bei deinem Kind auslösen. Es ist sehr wichtig hier, die Ursache für die Angst herauszufinden, um so der Unruhe ihren Nährboden zu entziehen.

2. Koffein kann Unruhe und Zappeligkeit auslösen Tatsächlich gibt es Kinder, die bereits am Schulweg ihre erste Cola trinken. In der Pause oder zum Mittagessen gibt es dann Nachschub davon. Übersehen wird hier sehr oft, dass neben Zucker Cola auch Koffein enthält. Koffein macht schon manch einen Erwachsenen nervös und Kinder reagieren auf Koffein noch sensibler. Koffein sollte für Kinder ein absolutes NoGo sein.

3. Zappelige Kinder aufgrund von Sorgen, Trauer oder Eifersucht Zappeligkeit ist sehr oft eng mit der emotionalen Verfassung des Kindes verbunden. Die Scheidung der Eltern oder/und Streite der Eltern machen dem Kind schwer zu schaffen. Auch Todesfälle in der Familie oder von einem Haustier, mit dem sich das Kind eng verbunden fühlte, bringen das Kind aus seinem Gleichgewicht. Auch die Eifersucht auf ein Geschwister kann dazu führen, dass das Kind zappelig wird. Es ist hier sehr wichtig, für das Kind da zu sein, ein offenes Ohr zu haben und ihm zu zeigen, dass es bedingungslos geliebt wird. Gemeinsame Exklusivzeit kann hier oft Wunder bewirken!

4. Lernschwächen als Auslöser für zappelige Kinder

Nicht erkannte Lernschwächen wie Legasthenie oder Dyskalkulie können enormen Stress beim Kind verursachen, es nervös und zappelig machen.

5. Zappelige Kinder durch Bewegungsmangel Auch wir Erwachsene brauchen Sport, um ausgeglichen zu bleiben, uns besser konzentrieren zu können und entspannter zu bleiben. Kinder brauchen ganz besonders viel Bewegung. In unserer heutigen schell lebigen Zeit, wo auch Terminkalender von Kindern bereits voll gefüllt und Verlockungen wie Computer und Fernseher ständig präsent sind, bekommen die meisten Kinder viel zu wenig Bewegung. Bei Kindern aber ist der Bewegungsdrang noch viel stärker als bei uns Erwachsenen. Kinder können stundenlang toben und spielen, ohne irgendwelche Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Das ist ganz normal und für die Kinder äusserst wichtig und gesund. Kinder brauchen Bewegung.

Kommen Kinder dann in die Schule, muss dieser Bewegungsdrang oft stark unterdrückt werden, denn nun ist stundenlanges Sitzen angesagt. Neben dem Sportunterricht ist es sehr wichtig, dass Kinder ausreichend Bewegung nach der Schule bekommen. Leider bleibt dafür viel zu wenig Zeit, denn am Programm stehen Klavierunterricht oder Nachhilfe oder ein anderer wichtiger Termin. Die Zeit, sich richtig austoben zu können, ist deshalb bei den meisten Kindern sehr limitiert. Achte deshalb darauf, dass dein Kind täglich genügend Zeit bekommt, sich auszupowern und auszutoben.

6. Zappelige Kinder durch Überforderung Jedes Kind ist einzigartig. Jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus und entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Viele Kinder fühlen sich den Anforderungen der Schule nicht gewachsen. Sie fühlen sich überfordert und unter Druck gesetzt. Was für das andere Kind genau der richtige Zeitpunkt für die Einschulung ist, ist für das andere Kind noch viel zu früh. Achte bei deinem Kind deshalb ganz besonders darauf, dass es zu einem Zeitpunkt eingeschult wird, zu dem es die emotionale und geistige Reife hat. Wir sollten hier nicht aufgrund unseres eigenen falschen Ehrgeizes unnötigen Druck und Stress auf unser Kind ausüben.

7. Langeweile als Ursache für Zappeligkeit So individuell die Entwicklung eines Kindes ist, so individuell ist auch sein Lernstil. Auch wenn viele Kinder keine Probleme mit dem üblichen Lernstil in herkömmlichen Schulen haben, gibt es sehr viele Kinder, die ganz andere Bedürfnisse haben und der herkömmliche Unterricht langweilt sie zu Tode. Sie wollen selbst erforschen, sich das Wissen durch eigenes Ausprobieren und das eigene Erfahren und Erleben aneignen. Wenn diese Bedürfnisse nicht befriedigt werden, wird das Kind verständlicherweise unzufrieden und kann dadurch auch zappelig werden.

Wenn dein Kind so ein Lerntyp ist und am liebsten selber alles ausprobiert, dann achte darauf, eine Schule auszuwählen, die auf diese Bedürfnisse eingeht. Scheue auch nicht davor, ei